Geschichte

Der Weg zur Pfarrei kkk Etzenricht und seine Kirchen kkk Seelsorge in Etzenricht
k

Der Weg zur Pfarrei

Nachdem Etzenricht lange Zeit zur Urpfarrei Neunkirchen gehörte und nach deren Zerfall von Weiden, Kaltenbrunn oder Rothenstadt betreut wurde, gehörte die Ortschaft ab 1671 nachweislich wieder zur Pfarrei Neunkirchen. Visitationsberichte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts belegen, dass jährlich acht bis zwölf Gottesdienste in Etzenricht abgehalten wurden. An den restlichen Sonn- und Feiertagen machten sich die Etzenrichter Katholiken nach Neunkirchen zum Gottesdienst auf.

Ab 1811 bemühte sich Etzenricht um eine Umpfarrung nach Rothenstadt. Nach mehreren Ablehnungen genehmigte das Ordinariat im Dezember 1924 die Umpfarrung nach Rothenstadt. In einem umfangreichen Schriftwechsel zwischen Ordinariat und Pfarreien galt es, die Besitzverhältnisse der Kirchenstiftung zu klären. Nach der Umpfarrung fanden nun regelmäßig jeden Sonntag und an zwei Werktagen Gottesdienste in Etzenricht statt, zu denen die Pfarrer von Rothenstadt oder ihre Kapläne hierher kamen.

Am 15.08.1975 übernahm Monsignore Franz Ettenreich nach seiner Pensionierung als Religionslehrer die Seelsorge in Etzenricht. Er bezog eine Priesterwohnung am Pfarrheim und war damit als Seelsorger am Ort präsent. Nunmehr konnte täglich Gottesdienst gefeiert werden. Nachdem Monsignore Ettenreich seine Seelsorgstätigkeit in Etzenricht 1992 gesundheitsbedingt aufgeben musste, konnte mit Dr. Stanislaw Fel aus Lublin nahtlos ein neuer Priester für Etzenricht gewonnen werden. Durch die Fürsprache von Pfarrer Rudolf Liebl aus Rothenstadt und Monsignore Franz Ettenreich wurde Etzenricht während der Wirkungszeit von Dr. Fel am 1. Dezember 1993 zur eigenständigen Pfarrei erhoben.

k

Etzenricht und seine Kirchen

Bereits von weitem sichtbar erhebt sich der Kirchberg von Etzenricht, an dessen Kuppe die heutige evangelische Kirche St. Nikolaus steht. Die Anlage erfolgte im 14. Jahrhundert, erstmals urkundlich erwähnt ist die Kirche im Jahr 1440. Bis Ende des 17. Jahrhunderts wurden immer wieder bauliche Veränderungen vorgenommen. Mit Einführung des Simultaneus in unserer Region diente diese Kirche von 1663 bis ins Jahr 1932 beiden Konfessionen zur Feier des Gottesdienstes. Bemerkenswert in der Kirche sind die aus dem 17. Jahrhundert stammenden Altäre mit den mit Weinlaub und Trauben verzierten gewundenen Säulen. Als historisch wertvoll anzusehen sind die um 1680 angefertigten Wangen des heute noch vorhandenen Kirchengestühls.
k
Durch die zunehmende Zahl der Katholiken nach dem ersten Weltkrieg entstand unter den Etzenrichter Katholiken der Wunsch nach einer eigenen Kirche mit Friedhof. Bereits 1925 konnte vorweg der Friedhof angelegt werden. Nachdem 1928 die Fragen des Simultanvermögens geklärt waren, wurde unter Führung von Pfarrer Ries aus Rothenstadt der Bau einer eigenen katholischen Kirche für Etzenricht in Angriff genommen. Am 7. Juni 1931 erfolgte die Grundsteinlegung und schon am 30. Mai 1932 die feierliche Konsekration durch Diözesanbischof Michael Buchberger. Auch dieses Gotteshaus wurde dem heiligen Nikolaus geweiht. Für die Kirchengemeinde unfassbar wurde die Kirche durch einen Brand in der Nacht vom 21. auf den 22. Juli 1950 bis auf die Grundmauern vernichtet. Auch damals wurde in Etzenricht Ökumene bereits gelebt: Die evangelische Kirchengemeinde stellte ihr Gotteshaus auf dem Kirchberg den Katholiken sofort zur Gottesdienstfeier zur Verfügung.
k

Trotz der schwierigen Zeit in den Aufbaujahren nach dem zweiten Weltkrieg gelang es innerhalb nur eines Jahres, einen Kirchenneubau zu realisieren und schon 1951 dort Gottesdienst zu feiern. Viele Gläubige traten immer wieder zum Arbeitsdienst an, um die Kosten möglichst gering zu halten. Baumaterial aus der alten Kirche wurde gereinigt und wiederverwendet. Da die Zahl der katholischen Einwohner weiter gestiegen war, wurde die Kirche gegenüber dem Bau von 1931 um 5 Meter verlängert. Der Turm wurde nun im Osten an die Apsis mit einer Höhe von 21 Metern angebaut. 1966 wurde die Kirche gründlich renoviert und an die liturgischen Reformen durch das Konzil angepasst. Ein Volksaltar wurde aufgestellt, ein Ambo übernahm die Funktion der Kanzel, die entfernt wurde. Und auch das sogenannte Speisegitter verschwand. Bis zum Abriss im Jahr 1983 diente die Kirche zur Gottesdienstfeier.

k
Die wachsende Einwohnerzahl der Gemeinde und der Renovierungsbedarf an der 1951 erbauten Kirche führten dazu, dass sich die Gremien der Kirchengemeinde ab 1976 Gedanken über mögliche bauliche Veränderungen machten. Nach umfangreichen Beratungen unter Einschaltung des Bischöflichen Bauamtes wurden 1981 Pläne für einen Kirchenneubau beim Ordinariat eingereicht. Nach Vorliegen der erforderlichen Genehmigungen wurde im März 1983 unter Mithilfe der in Grafenwöhr stationierten Engineer Company der US-Army mit dem Abriss der 1951 erbauten Kirche und einem Neubau an gleicher Stelle begonnen. Am 3. September 1983 erfolgte die Grundsteinlegung durch Domkapitular Grabmeier, am 21.10.1984 konnte erstmals in der neuen Kirche Gottesdienst gefeiert werden. Die Kirchenkonsekration erfolgte am 9. Juni 1985 durch Diözesanbischof Manfred Müller. Nähere Informationen zur neuen Kirche finden Sie im Kirchenführer.
k
(oben) kkk (Der Weg zur Pfarrei) kkk (Etzenricht und seine Kirchen)
k

Seelsorge in Etzenricht

Von 1924 bis zur Pfarrerhebung 1993 wurde Etzenricht von den Pfarrern aus Rothenstadt betreut. Diese wurden zunächst von den der Pfarrei Rothenstadt zugewiesenen Kaplänen unterstützt. Ab 1971 halfen Geistliche aus dem Dekanat und Patres aus dem Augustinerkloster in Weiden bei der Seelsorge mit, ehe seit 1975 ständig ein Seelsorger in Etzenricht wohnte und die Gemeinde betreute.

Folgenden Geistlichen gilt der Dank für ihr seelsorgerisches Wirken in Etzenricht:

k
1924 - 1933 Pfr. Thomas Ries k k
1933 - 1934 Pfr. Dr. Egon Bauer k Kaplan Vitus Lang
1934 - 1937 Pfr. Johann Baptist Hoch k Kaplan Zrenner
1937 - 1950 Pfr. Max Bayer 1938 - 1940 Kaplan Ludwig Müller
k k 1940 - 1942 Kaplan Ludwig Schreyer
k k 1943 - 1945 Kaplan Heinrich Dotter
k k 1947 - 1948 Kaplan Rudolf Pecher
k k 1948 - 1951 Kaplan Franz Magerer
1951 - 1958 Pfarrer Alois Thoma 1951 - 1953 Kaplan Wolfgang Fink
k k 1953 - 1954 Kaplan Nikolaus Paulus
k k 1954 - 1957 Kaplan Johann Prey
k k 1957 - 1959 Kaplan Fritz Roggenhofer
1958 - 1982 Pfarrer Johann Reitter 1959 - 1964 Kaplan Josef Engelmann
k k 1964 - 1966 Kaplan Ulrich Murr
k k 1966 - 1968 Kaplan Michael Reitinger
k k 1968 - 1971 Kaplan Ferdinand Steiner
1982 - 1993 Pfarrer Rudolf Liebl k k
k k k k
1975 - 1992 Monsignore Franz Ettenreich k k
1992 - 1995 Pfarradminstrator Dr. Stanislaw Fel k
1995 - 2014 Pfarrer Josef Gebhardt k k
k

k

Quellen:
A. Kastner, Festschrift zur Kirchenkonsekration am 9. Juni 1985;
C. Reis, Kirchenführer Etzenricht St. Nikolaus
k
(oben) (Der Weg zur Pfarrei) (Etzenricht und seine Kirchen) (Seelsorge in Etzenricht)